Husumer Schützengilde von 1586 e. V.

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Im Jahre 1586 wird die Husumer Schützengilde gegründet, deren Beliebung (Satzung) von Herzog Adolf „... aus fürstlichem Gemüte und gnädiger Affection, mit der er dieser Gemeinde insbesonderheit zugetan ..." bestätigt wird. 

Aus der Beliebung geht auch hervor, daß der Zweck der Gesellschaft nicht nur das Schießen nach dem Vogel und nach der Scheibe, sondern vornehme Aufgabe die gegenseitige Hilfe, ins­besondere in Pestzeiten, bei Wasser- und Feuersnot ist. Auch müssen jedes Gildesbruder und den Seinen „ehrliche Begräbnis­se" gegeben werden, worüber die Älterleute zu wachen haben. Das alte in Leder und Holzdeckeln gebundene Protokoll aus dem Gründungsjahr, in das sich jeder neu aufgenommene Schüt­zenbruder unter feierlicher Zeremonie namentlich eintragen muß, ist noch im Besitz der Gilde. 

In den ersten gut 100 Jahren wird der Gildekönig beim Vogelschießen ermittelt. Dann scheint in den nächsten I50 Jahren nur nach der Scheibe geschossen worden zu sein. Bei „Beccau" ist dazu zu lesen: „.... in unglücklicher Zeit scheint das Vogel­schießen ganz in Abnahme gekommen zu sein und wurde 1709 die Vogelstange gänzlich abgebrochen". 

Anfang des 19. Jahrhunderts wird das Interesse für die Schützen­gilde immer geringer. Das absolute Tief bringt der Gilde das Jahr 1832, als der Ältermann Johann Joachim Mritt in der Versamm­lung am 5. September von fünf „Brüdern" überstimmt, das letzte Silber verschleudert wird und die fünf „sauberen Herren", wie J. J. Witt protokolliert, ihren Austritt aus der Gilde erklären. 

Als einziges Stück des kostbaren Silberschatzes kann der „Uechtritz-Becher" zurückgekauft werden, wofür ein paar Eschenbäume am Schützenhof das Leben lassen müssen. Auch der vergoldete Vogel von 1586 ist verloren. 

Doch schon 1834 wird durch die Tatkraft von J. J. Witt das Gilde­leben bewegter und es können 13 neue Mitglieder angeworben werden. Die Gilde erstarkt wieder. 1835 werden zusätzlich zu den alten Behebungen von 1586 und der Ordnung von 1619 schärfe­re Bestimmungen erlassen - „namentlich ist Nüchternheit die erste Bedingung eines Gildemitglieds" -. 

Die Gilde kann ihre Jubiläen - 1886 300-Jahr-Feier, 1911 325­Jahr-Feier und 1936 350-Jahr-Feier - mit großer Beteiligung der Husumer Bürger und Schützenbrüdern aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg begehen. 

Die beiden Kriege legen das Gildeleben zeitweise lahm. Insbe­sondere nach dem 2. Weltkrieg werden alle Schützenvereine verboten, die Schießstände geschlossen und die Vermögen ein­gezogen. 

Dem Ehrenältermann Christian Mordhorst gelingt es jedoch, mit Hilfe weiterer Schützenbrüder die Umwandlung der „Schüt­zengilde" in den Kegelclub „Grünjacken" als Rechtsnachfolger der Gilde bei der Militärregierung zu erreichen und damit das Gildevermögen zu retten. 

Im Jahre 1953 konstituiert sich die „Husumer Schützengilde von 1586" neu. Die Gilde ist in der Folgezeit maßgelblich am Wiederaufbau des Schützenwesens in Schleswig-Holstein, insbe­sondere in Nordfriesland (Nordfriesischer Schützenbund von 1903), beteiligt. 

1986 kann die Gilde mit vielen Gästen ihr 400-jähriges Bestehen feiern. 

Die Gilde hat heute 41 Mitglieder. Zur Zeit befindet sich der gildeeigene Schießstand im Umbau, die Schießbahn wird über­dacht, so daß wir auch im Winter weiterhin Kleinkaliber schießen können. Den neuen Stand hoffen wir im Sommer dann mit unse­rem Königsschießen einweihen zu können.